Reisetagebuch Lialdas
Was für eine Nacht. Ich bin froh überlebt zu haben. Wahrscheinlich wird die gestrige Schlacht in die
Geschichte als das Gemetzel vor dem Asmodeusgebirge eingehen. Als die ersten Kriegshörner erklangen und die gegnerische
Reiterei eintraf, war es auch schon fast um mich geschehen. Wie Aquila befohlen, wollte ich die Linie
halten, doch ein gewaltiger Schlag traf micht mit solcher Wucht, dass ich in das Reich Desnas geschickt wurde.
Mir schmerzt noch der Nacken, doch vielleicht war es auch eine Fügung der Göttin selbst, denn ohne
dies hätte ich vielleicht die Schlacht nicht überlebt. Wie durch ein Wunder hat auch Aquila schwer verletzt
die Schlacht überstanden und als wir in unseren Lumpen nach weiteren überlebenden suchten, sahen wir viele
Grausamkeiten, die mir den Schlaf rauben. Desna scheint allerdings weitere Recken mir zur Seite zu stellen
und so konnte ich Bekanntschaft mit dem grünaugigen Gnom Nebin machen. Der selbsternannte Chronist hat eine
sehr scharfe Zunge und seine nie endenden Argumentationsketten ist schwer zu folgen. Er scheint Jurist
zu sein und eher als Zivilist an diesem Unternehmen teilzunehmen. Völlig außer sich wollte er die Gräultaten
als feigen Mord in seinem Bericht vermerken und wir sollen einen Boten holen, der diese Nachricht zurück
nach Andoran bringt. Erst als wir ihm den Boten, dem die Beine abgetrennt wurden, brachten, konnten wir
ihn davon überzeugen, dass es sich um reale Probleme handelt, die sich nicht von seinen Regeln und Gesetzen
beeindrucken lassen. Ein ziemlich bulliger Paladin - Tarondor - hat auch die Schlacht überlebt. Ein Schlag auf
den Kopf hat ihm das Leben gerettet, denn so wie ich wurde er für tot gehalten.
Ein Magus - Calaveyon -, der sich nicht so ganz sicher ist, wie die Befehlskette
einzuhalten ist, hat ebenfalls die Schlacht überlebt. Der Wind pfeift durch unsere zerschlissene Kleidung
und wir sind gerade in einem nahen Wald angekommen, um dort ein kaltes Lager aufzuschlagen.
Ach wie bin ich müde. Die letzte Nacht wurde jeh unterbrochen. Wir waren gerade dabei unsere Nachtwachen
einzuteilen und uns über den neuen Anführer zu einigen, als wir gestört wurden.
Sicher waren wir nicht die leisesten, aber
in einer Demokratie muss man eben den Mund aufmachen. Der nächtliche Besucher war schnell gefunden:
Ein kleiner Igel hat Tarondor erschreckt, doch leider war dies nicht der einzige. Aquila mit ihren guten Augen
sah einen Späher in der Nacht. Bestimmt einer dieser widerlichen Chelax Spione! Wir hetzten hinterher
und ohne Rüstung zeigte sich wie schnell dieser Calaveyon laufen kann. Wenn er nur bessere Augen hätte.
So erreichten wir nichts weiter, als dass wir sicher waren nicht alleine zu sein. Aquila und uns wurde dann
auch bewußt, dass wir die Brücke vor dem Asbodelgebirge erreichen müssen, bevor die Chelaxer Armee dies tut.
So marschierten wir die ganze nacht hindurch. Nebin hatte ein bischen bedenken wegen seiner kurzen Beine,
aber er war wohl zu stolz sich von mir tragen zu lassen und hielt es durch bis wir die Brücke erreichten.
Welch ein Schreck: Über 100 Soldaten haben dort ihr Lager aufgeschlagen. Daher versuchen wir uns weitere
südlich über den Fluss durchzuschlagen und sind tot müde bei einem guten Lagerplatz angekommen.
Es ist bitter kalt, daher haben wir uns nochmals auf dem Schlachtfeld umgesehen. Die teilweise blutigen,
aber wärmenden Kleider, hätten uns beinahe den Kopf gekostet: In einem Wald in der Nähe hörten wir
ein Gefecht. Mit geübten Ohren hätte man vielleicht ausmachen können, dass eine Partei am verlieren ist,
so eilten wir dorthin um zu sehen was vor sich geht. Eine Gruppe untoter Zombies griff eine Truppe Holzfäller
an. Mit der Hilfe Aquilas und meiner Herrin, konnten wir die Untoten wieder von diesem Dasein befreien.
Die Holzfäller waren sehr dankbar und brachten uns in ihr Dorf. Ihr Anführer Ferda freute sich über unser kommen
und macht einen vernünftigen Eindruck. Sicher gehört er zu den Unterdrückten in Chellax. Als er uns bat
seinen Sohn zu suchen, konnten wir als Gegenleistung einen Weg zurück nach Andoran aushandeln.
Das er es ernst meint scheint klar zu sein, da eine Gruppe Soldaten und ein widerwärtiger Höllenreiter
in das Dorf kam, versuchte er alles, um uns zu verstecken. Leider war im Stall selbst es für Tarondor und mich
nicht möglich uns zu verstecken, doch zum Glück glaubten sie mir, dass Tarondor stumm und dumm ist und wir
nur die Andoranische Kleidung tragen, da es so kalt ist. Ferda steckte daraufhin einen Hieb mit der Peitsche
ein, da man hier die Andoranischen Zeichen nicht tragen darf. Tarondor konnte sich kaum beherrschen, aber
wem wäre damit geholfen gewesen? Nebin war sehr erfreut das Gesetzbüchlein der Soldaten zu haben und er
hat anscheinend schon ein paar Ungereimtheiten gefunden. Vielleicht ist das für uns noch nützlich, doch ich
denke nicht. Schade dass Thorwal keine Befehle auf dem Schlachtfeld hinterlassen hat.
Was Theodan wohl geplant hatte?
Tristan ist gerettet! Seine Freundin Isolde hat uns berichtet, wo sich der Sohn Ferdas aufhielt: Ein Turm
in der Nähe des Dorfes. Dort angekommen, waren es Torondor und Nebin, die Mutig in einen dunklen Raum stiegen.
Calaveyon führte uns seine Magie vor, doch das Schweben zum dritten Stock hatte keinen Erfolg.
Die kompletten Fenster sind vergittert und verbrettert gewesen. Der ehemalige
Besitzer der Turmes stellte uns einige Rätsel in den Weg und das nur für ein paar Bücher, ein paar Heiltränke,
Orangensaft und eine Harve, die
keiner zu spielen weiß. Im ersten Stock fanden wir dann auch Skelette vor, doch Desnas Kraft führte die Seelen
zurück ins Totenreich. Im obersten Stock wäre es dann beinahe um mich geschehen. Ein Junge erschien im Raum
und brachte einen Dämonen in unsere Welt. Die Magie des Jungen war so stark, dass seine magischen Geschoße
mich beinahe umbrachten. Glücklicherweise waren wir so in der Überzahl, dass wir beide besiegen konnten
und wie sich herausstellte war der Junge von einem Nekromanten besessen. Unglaublich wie geschickt und weise
Tarondor auf einem Xylophon es verstand die Magie zu brechen. Der Jungen, Tristan, wurde daraufhin zu seinem
Vater zurückgeführt. Es war schön sie wieder vereint zu sehen. Nun bin ich gespannt, was Aquila, die mittlerweile
offiziel als Anführer bestätigt wurde, plant, da man mit einem geheimen Überweg nach Andorian sicher
strategisch wichtige Entscheidungen treffen kann.